Bücher, Deutschland, krimis

Gisa Pauly. Sturmflut – Mamma Carlotta 13 (2019)

Die Tochter eines reichen Fabrikanten wird auf Sylt entführt und natürlich darf niemand erfahren, dass die Polizei in diesem Fall ermittelt. Allerdings macht Mamma Carlotta auf anderem Weg die Bekanntschaft der Mutter – und es gibt sogar eine gemeinsame Freundin: die Staatsanwältin. Also ist Mamma Carlotta mal wieder dort, wo sie sich am wohlsten fühlt: mitten im Geschehen.

Herbst auf Sylt, das stürmische Wetter macht Mamma Carlotta bei ihrem Besuch allerdings weniger zu schaffen, als die deprimierte Lethargie ihrer Enkelin Carolin. Als Mamma Carlotta die Ankündigung eines Lyrikfestivals sieht, beschließt sie, dass Carolin teilnehmen muss, und macht sich sofort mit ihr auf den Weg. Veranstalterin Antonia Schäfer sucht aber vor allem freiwillige Helfer und so wird auch Mamma Carlotta schnell rekrutiert. Für ihre Enkelin nimmt die Nonna das gerne in Kauf.

Entführung

Was Mamma Carlotta noch nicht weiß: Antonia Schäfers Tochter ist entführt worden. Lale Claussen lebt bei ihrem Vater und dessen zweiter Frau, zu ihrer Mutter hatte sie eigentlich keinen Kontakt. Doch da Fabrikant Theo Claussen nicht nach Sylt kommen kann, überträgt er die Verhandlungen mit dem Entführer an seine Ex-Frau Antonia Schäfer. Mit der Benachrichtigung der Polizei beauftragt er seine Haushälterin Petrine Roesgen, so kommen Kriminalhauptkommissar Erik Wolf, Mamma Carlottas Schwiegersohn, und sein Kollege Sören Kretschmer ins Spiel. Verdeckt und verkleidet beginnen sie sehr heimliche Ermittlungen.

Unterstützung

Um ihrer Freundin Antonia bei der Entführung zu helfen, kommt auch Staatsanwältin Dr. Tilla Speck nach Sylt, privat sozusagen. Was sie aber nicht davon abhält, Erik und Sören bei Bedarf zu unterstützen. Oder auch, wenn die beiden eigentlich gar keinen Bedarf sehen … Auch für die Vorbereitungen des Lyrikfestivals wird Tilla eingespannt. Hier ist der junge Lyriker Jo Kessler als rechte Hand der Verlegerin Schäfer engagiert, Carolin ist von ihm hingerissen und widmet sich tatsächlich eigenen Gedichten. Neben der Entführung ist eine weitere junge Frau verschwunden, Sörens Cousine Frauke. Doch da sie mit einer neuen Bekanntschaft häufig mal ein paar Tage untertauchte, nimmt niemand ihr Verschwinden besonders ernst. Ein Fehler, wie sich herausstellt.

Amüsant und unterhaltsam

Auch dieser Band der Mamma-Carlotta-Reihe ist wieder eine herrlich humorvolle Krimilektüre. Während im Hintergrund Herbststürme und Sylt für ein interessantes Setting des Regionalkrimis sorgen, entfaltet sich ein spannender Fall, der gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Dabei mischt sich Mamma Carlotta wieder eifrig in die Ermittlungen ein – weil sie als warmherziger Mensch sich kümmern muss und helfen will. Dabei stolpert sie immer wieder in sehr amüsante Situationen und Heimlichkeiten. Allerdings kann kein Kriminalfall der Welt Mamma Carlotta davon abhalten, ihren Lieben ein richtiges italienisches Abendessen zuzubereiten. Da wird es dann richtig gemütlich, an Mamma Carlottas Küchentisch lebt die Idylle, die vom Verbrechen immer wieder bedroht wird. Aber gemeinsam ist man bekanntlich stark, sodass am Ende immer das Gute siegt. Und der Leser eine sehr amüsante und unterhaltsame Krimilektüre genießen kann.

Gisa Pauly. Sturmflut. Ein Sylt-Krimi. München: Piper, 2019. (Mamma Carlotta 13)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Mehr zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Gisa Pauly.

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