Marie Lamballe. Der Leuchtturm auf den Klippen (2016)

Ein Leuchtturm im Finistère, der bei Flut auch schon mal vom Festland abgeschnitten ist, eine Handvoll übrig gebliebener, sehr eigenwilliger Bewohner im nahe gelegenen Dorf und eine Besucherin, die herzlich aufgenommen wird, die aber nicht die ist, die sie zu sein glaubte… Lesenswerte Unterhaltung vor allem für Bretagne-Fans.

Susanne Meyer-Schildt, Tochter reicher Eltern, arbeitet in Paris gerade an ihrem Master. Danach wartet eine glänzende Karriere auf sie, für die ihr Vater bereits alle Wege geebnet hat. Susannes Ablenkung ist eine Liebe, von der die Eltern nichts wissen dürfen: Paul, ein (natürlich) gutaussehender junger Mann voller Geheimnisse und Überraschungen. Auch wenn sie eigentlich für die Uni arbeiten müsste, lässt sich Susanne zu einem spontanen Kurztripp in die Bretagne überreden.

Ohne Gedächtnis

Irgendwann findet sie sich an einer Raststätte wieder, mit einigen Blessuren und ohne Gedächtnis. Die Truckerin Roxane nimmt sie mit, fragt sie nach ihrem Namen – und Susanne findet in ihrer Manteltasche eine Einladung zu einer Beerdigung adressiert an Anne-Marie Dupin. Den an ihre Putzfrau gerichteten Brief hatte sie morgens eingesteckt, jetzt glaubt sie, sie sei Anne-Marie Dupin und folgt der Einladung. Ihre vermeintliche Großmutter Gaelle nimmt sie auf ihre raue Art herzlich auf, ebenso wie alle anderen, teils kauzigen Dorfbewohner.

Die Verräterin

Nach und nach kehrt Susannes Erinnerung zurück, sie trauert um Paul, wartet auf den richtigen Moment, um zu sagen, wer sie wirklich ist. Doch die Menschen im Dorf scheinen nicht zur Ruhe zu kommen, „Anne-Marie“ hilft gerne, lässt sich ein auf den Rhythmus des Lebens am Meer, verliebt sich in die Bretagne und langsam auch in den trauernden Witwer Alan. Großmutter Gaelle reagiert unerwartet auf Susannes Eröffnung – und dann steht plötzlich die Polizei vor der Tür und holt Susanne ab. Es folgen noch polizeiliche Ermittlungen, Gefängnis, Hausarrest bei den Eltern, aber die Sehnsucht nach der Bretagne und nach Alan lässt Susanne nicht los. Natürlich gibt es ein Happy End, aber vielleicht habe ich jetzt schon viel zu viel von der Handlung verraten…

Unterhaltsamer Ausflug in die Bretagne

Der Untertitel Ein Bretagne-Roman reichte für mich als Leseanreiz, das Cover versprach einen unterhaltsamen Roman ohne viel Tiefgang. Im Wesentlichen wurden meine Erwartungen erfüllt: eine nette Geschichte mit interessanten Charakteren in einer schönen Landschaft, Dorfleben, Natur, eine Liebesgeschichte. Für mich eher überraschend fand ich die Geschichte nicht ganz so seicht plätschernd wie erwartet, ein paar Gedanken und Konstellationen waren tatsächlich interessant, viele schöne Details bereichern die Handlung. Wirklich genossen habe ich als Bretagne-Fan natürlich die Beschreibungen von Meer und Wind und Wetter, die sich zahlreich, aber nie langweilend, im Roman finden und eine ganz besondere Atmosphäre schaffen, in der man gerne länger verweilt. Der Winter in der Bretagne sorgt hier für eine unterhaltsame Auszeit aus dem eigenen Alltag.

Marie Lamballe. Der Leuchtturm auf den Klippen. Ein Bretagne-Roman. Köln: Bastei Lübbe, 2016.

Weitere Informationen

Verlagsseite zum Roman bei Bastei Lübbe
der Roman bei LovelyBooks
Marie Lamballe bei facebook

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