Sophie Bonnet. Provenzalisches Feuer (2017)

In Sainte-Valérie wird gefeiert: Zur Fête de la Saint-Jean wird die restaurierte Burg-Ruine eingeweiht, traditionell werden Fackeln entzündet und auf der Place du Village gibt die bekannte Band Viva Occitània! ein Konzert. Inmitten des Getümmels der vielen Gäste wird der Journalist Maxim Sachet erstochen, der Täter kann unerkannt entkommen.

Pierre Durand, Chef de police municipal, fühlt sich schuldig, weder konnte er die Menschmassen in Sainte-Valérie verhindern, noch diesen Mord. Bürgermeister Arnaud Rozier will Sainte-Valérie zu einem Mekka des Tourismus machen, was Pierre nicht sonderlich behagt. Immerhin konnte er noch verhindern, dass die Unmengen  an Fackelträgern ihr Feuer in der frisch renovierten Burg abholen, wie Rozier es geplant hatte. Das Konzert auf dem Dorfplatz scheint eine Nummer zu groß für den kleinen Ort, doch mit einem Mord hatte niemand gerechnet.

Kooperation mit dem offiziellen Ermittler

Immerhin muss Pierre nicht mehr heimlich und gegen den Willen der Zuständigen ermitteln, mit dem neuen Commissaire, Robert Lechat, klappt die Zusammenarbeit sehr gut, selbst wenn man nicht immer einer Meinung ist, welche Spur gerade heißer ist. In „seinem“ Sainte-Valérie befragt Pierre Durand seine Mitbewohner, die ihm inzwischen ans Herz gewachsen sind. Dass der Journalist Maxim Sachet einige Tage vor seiner Ermordung mit Fragen für Unruhe im Dorf gesorgt hatte, war auch Pierre aufgefallen. Dass er nach seinem Vorgänger als Chef de police gefragt hatte, könnte eine Spur sein, der Pierre natürlich nachgehen muss.

Recherche-Thema = Motiv?

Doch mit welchem Thema hatte sich der Journalist gerade befasst? Hatte Pierres Vorgänger sich etwas zuschulden kommen lassen? Oder ging es um die Unabhängigkeitsbewegung in Occitanie? Schließlich war auch Léo Turpin, Bandleader von Viva Occitània! in der Nähe, der in seinen Songs schon öfter zu Gewalt aufgerufen hatte. Einer seiner Fans hatte sich verdächtig benommen und Sängerin Aurelie Azéma hat Angst… Als Pierre dann auf Parallelen zum Tod des Schriftstellers Adrien Oliveira vor einigen Jahren stößt, ist er sicher: Die beiden Fälle hängen zusammen. Doch es dauert noch ein wenig, bis Pierre die Verbindung findet und den Fall in einem dramatischen Finale aufklären kann.

Krimi mit viel Provence – aber auch Problemen

Auch dieser vierte Band mit Pierre Durand, Chef de police des beschaulichen Örtchens Sainte-Valérie in der Provence, hat einen spannenden Fall, historische Wurzeln in der Geschichte der Provence, kulinarische Produkte der großartigen Charlotte (Pierre Durands Freundin), interessante Charaktere, die unvergleichliche Landschaft als Hintergrund. Die Geschichte ist stilistisch gut erzählt und bietet durchaus Tiefe, zum Beispiel durch die Überlegungen, wie viel Tourismus ein malerischer Ort verkraften kann. Abgesehen von den technischen Problemen in meiner E-Book-Version, die bisweilen mitten im Wort einen Absatz einfügte, habe ich die Lektüre absolut genossen. Doch ein kleines Manko gibt es, meinem Eindruck nach fehlt diesem vierten Band ein wenig der Schwung seiner Vorgänger. Vielleicht hat sich Pierre Durand doch zu gut integriert und wird mit Freundin, seinem Bauernhaus und den Ziegen bald zum spießigen Dorf-Langweiler? Die Ansätze sind erkennbar, hoffen wir, dass Autorin Sophie Bonnet es nicht so weit kommen lässt!

Sophie Bonnet. Provenzalisches Feuer. Ein Fall für Pierre Durand. München: Blanvalet, 2017. (Pierre Durand, Bd. 4)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

In dieser Serie bisher erschienen

2014. Provenzalische Verwicklungen. Ein Fall für Pierre Durand. (Pierre Durand, Bd. 1)
2015. Provenzalische Geheimnisse. Ein Fall für Pierre Durand. (Pierre Durand, Bd. 2)
2016. Provenzalische Intrige. Ein Fall für Pierre Durand. (Pierre Durand, Bd. 3)

Weitere Informationen

Provenzalisches Feuer auf der Verlagsseite bei Random House
Provenzalisches Feuer auf Krimi-Couch.de
Homepage von Autorin Sophie Bonnet (Heike Koschyk)
Sophie Bonnet auf Facebook

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