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Remy Eyssen. Gefährlicher Lavendel – Leon Ritter 3 (2017)

Rechtsmediziner Leon Ritter genießt sein Leben in der Provence. Dass der Richter Nicolas Lambert verschwunden ist, bestimmt zunächst nur die Gespräche im Bistro, bis dieser Richter auf Ritters Tisch landet. Der Tote weist Spuren von grausamer Folter auf. Und er bleibt nicht der einzige.

Den grauen Frankfurter Alltag hat Dr. Leon Ritter vor zwei Bänden mit dem beschaulichen Leben in der Provence getauscht. Ein Entschluss, den er nicht bereut. Nicht nur ist das Leben in der ländlichen Provence weniger hektisch und er ist als Rechtsmediziner hier beinahe sein eigener Chef, auch das Zusammenleben mit Capitaine Isabelle Morell, der stellvertretenden Polizeichefin des Ortes, gefällt ihm sehr.

Verbrechen sind sein Beruf

Dass auch in der Provence Verbrechen passieren, erschüttert Ritter nicht, schließlich gehört das zu seinem Beruf. Die Hinweise auf grausame Folterungen allerdings, die er an der Leiche des Richters Lambert findet, wecken seine Neugier. Jemand scheint ihn systematisch gequält zu haben, wollte ihn absichtlich lange leiden lassen. Aus welchem Grund macht ein Mensch so etwas? Die Motive hinter den Taten, deren Ergebnisse auf Ritters Tisch landen, interessieren ihn immer. Dazu entwickelt Ritter durchaus auch eigene Theorien, die meistens nicht auf Begeisterung bei Polizeichef Zerna stoßen. So natürlich auch in diesem Band, wo Ritter durchaus auch mal in die Irre läuft…

Provenzalische Idylle – grausame Morde

Der Richter bleibt nicht der einzige Tote, der gefoltert wurde, und Ritter fühlt sich herausgefordert – was ihn aber nicht aus seiner Ruhe aufschreckt. Während er das Gespräch mit Bekannten im Bistro oder den Strand genießt, denkt er über die Grausamkeiten nach. Auch daheim herrscht die Idylle und er spielt für Isabelles Tochter Lilou den perfekten Vaterersatz. Wirklich eifrig wird Ritter erst zum dramatischen Ende hin, als er erkennt, wer – und vor allem warum – die Männer sterben mussten.

Gut gemachter Krimi mit Einladung in die Provence

Der Kontrast zwischen dem ruhigen, beschaulichen Dorfleben in Le Lavandou und den brutalen Morden ist ganz gut dargestellt, auch wenn die Grausamkeit die Idylle kein bisschen stören kann. So viel Professionalität ist fast schon unheimlich… beschützt aber auch den Leser vor zu viel Nähe zum brutalen Geschehen, auch wenn man in einzelnen Szenen bei der Folter dabei sein „darf“. Das Finale trägt für meinen Geschmack reichlich dick auf, aber sonst ist der Krimi gut gemacht, der Fall spannend, die Personen sympathisch und mit eigenem Charakter und die Provence ist wirklich sehr einladend beschrieben.

Remy Eyssen. 2017. Gefährlicher Lavendel. Berlin: Ullstein. (Dr. Leon Ritter 3)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Mehr zum Autor und zur Serie auf der Autorenseite Remy Eyssen.

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