Voosen/Danielsson. Rotwild (2013)

Rotwild beginnt eigentlich wie ein ganz normaler Krimi: Ein Mann wird auf seinem morgendlichen Spaziergang ermordert und von Pfeilen durchbohrt. Gefunden wird die Leiche in der Nähe des Treffens eines historischen Bogenschützenvereins. Klarer Fall, denkt man.

Doch Kommissarin Ingrid Nyström stellt schnell fest, dass es nicht so eindeutig ist, wie es aussieht. Die Pfeile im Körper der Leiche sind nicht historisch, sondern stammen aus einer Harpune. Und die ganze Szenerie, in der die Leiche gefunden wird, ist inszeniert. Einer der Bogenschützen, ein italienischer Mönch, sieht die Analogie zum Märtyrer Sankt Sebastian.

Stina Forss darf zurück zum Team

Ingrid sieht schnell, dass dieser Fall außergewöhnlich ist, und holt sich Stina Forss zur Unterstützung. Die war nach ihrem Alleingang bei der letzten Ermittlung (im letzten Band) eigentlich zur Verkehrspolizei versetzt worden. Ihren eigenwilligen Ermittlungstil hat sich die Deutsch-Schwedin dort nicht abgewöhnt.
Ein zweiter Toter wird gefunden, ebenfalls als Märtyrer arrangiert. Doch eine andere Verbindungen zum ersten Toten scheint es nicht zu geben.

Der Fall – politisch-historisch, brisant

Gemeinsam fahren Ingrid und Stina nach Nordschweden als dort eine dritte Leiche gefunden wird, die wie eine der Märtyrerinnen inszeniert wurde. Doch das ist auch der Punkt, an dem die beiden Ermittlerinnen aus Växjö den Fall entzogen bekommen. Verbindungen zur Stasi und zur RAF rufen die Reichskriminalpolizei auf den Plan. Aber Ingrid und Stina sind beide verbissen, keine kann den Fall einfach abgeben. So folgt Stina einer Spur nach Berlin und Ingrid hindert sie nicht daran…

Das Privatleben – mehr als Dekoration

Ganz nebenbei erhält der Leser auch kleine Einblicke in das Privatleben der Ermittler. Doch das geht immer nur so weit, dass die Figuren mehr Tiefe erhalten, nie stört es die eigentliche Krimi-Handlung. Eine kleine Fährte allerdings lockt den Leser schon in den nächsten Band der Serie, Aus eisiger Tiefe, der im September 2014 erschienen ist.

Einfach richtig gut

Rotwild ist eine hochpolitische Geschichte, die das Autoren-Duo Danielsson / Voosen hervorragend erzählt. Eine gut recherchierte Story, clever konstruiert, aber nicht übertrieben, psychologisch komplex bis in die Nebenfiguren und auch noch sprachlich sorgfältig ausgearbeitet – für mich einer der besten Krimis, den ich seit langem gelesen habe. Seit dem ersten Band des deutsch-schwedischen Paares, Später Frost.

Roman Voosen, Kerstin Signe Danielsson. Rotwild. Ein Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2013. (Ingrid Nyström und Stina Forss, Bd. 2)

In dieser Serie bisher erschienen:

Voosen/Danielsson. Später Frost. 2012. (Ingrid Nyström und Stina Forss, Bd. 1)

Weitere Informationen

Homepage des Autorenduos
Verlagsseite zum Buch
Rotwild bei LovelyBooks

“Es ist nicht einfach, Kompromisse zu finden”, Interview mit den Autoren auf ndr.de (28.1.2014)
Schwedische Mordlust aus Hamburger Feder, Hanna Grimm auf ndr.de (1.2.2014)

Weitere Rezensionen

Rotwild auf der Krimi-Couch (Lars Schafft, 09/2013)
Rezension von Silke Schröder auf Hallo-Buch.de (8.9.2013)
Rezension von Eva Hüppen auf Leser-Welt.de

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One comment

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