Mein E-Reader und ich

Vor rund drei Monaten habe ich unter dem Titel E-Book oder Print? schon einmal über E-Reader geschrieben – über die große Versuchung, ihre vielen Vorteile und meine Zweifel. Da ich aber kaum einem neuen Gadget lange widerstehen kann, bin auch ich seit rund eineinhalb Monaten im Besitz eines Readers in einer chicen roten Lederhülle. So ganz angefreundet habe ich mich mit dem Ding aber noch nicht…

(Foto: Julien Christ_pixelio.de)

(Foto: Julien Christ_pixelio.de)

Bisher hat mir keines der Bücher, die ich auf dem Reader gelesen habe, wirklich gefallen. Woran liegt es?

Ist es vielleicht einfach nur ungewohnt? Vielleicht bin ich zu alt, zu altmodisch? Am Computer bin ich allerdings ziemlich zu Hause, also vielleicht doch nur eine Frage der Zeit.

Oder fehlt mir tatsächlich der Gegenstand Buch? Die Form, der Geruch, das Gefühl von Papier und auch das Gewicht in der Hand, das irgendwie auch der Geschichte Gewicht zu geben scheint. Jedenfalls nehme ich die Geschichten, die es geschafft haben, gedruckt zu werden, eindeutig ernster.

Vielleicht liegt es auch an der Auswahl der Bücher? Bisher habe ich nur die Bücher auf dem Reader, die ich in der letzten Zeit in dieser elektronischen Form verschenkt habe. Und die nicht wirklich meinem Büchergeschmack entsprechen, sondern eben dem der Beschenkten.

Um dies zu testen wollte ich mir eigentlich ein Buch als E-Book kaufen, von dem ich weiß, dass es mir gefällt, von einem Autor, den ich gerne lese. Aber die hohen Preise haben mich bisher abgeschreckt.

Also frage ich mich, welche Bücher ich eigentlich auf meinem Reader haben möchte. Bücher, die gleichzeitig in Print erscheinen, sind mir zu teuer. Wenn die E-Book-Version nur 1 oder 2 Euro billiger ist als die Printausgabe, aber ohne dass ich tatsächlich irgendetwas in den Händen habe, sondern nur ein „Nutzungsrecht“ – das ist mir zu teuer.

(Foto: manfred walker_pixelio.de)

(Foto: manfred walker_pixelio.de)

Günstige E-Books allerdings sind meistens gar nicht in Print erschienen und das aus gutem Grund: Weil sie dazu eben nicht gut genug sind. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber wie viele E-Books muss man kaufen, um so eine Ausnahme zu finden? Im Selfpublishing-Bereich gibt es leider vor allem viele sehr begeisterte, aber nicht besonders begabte Schreiber, die dann häufig auch noch auf ein Lektorat verzichten… Hier die Perlen zu entdecken ist bestimmt lohnend, kann aber eben auch ziemlich teuer werden.

So bin ich also mit meinem E-Reader noch nicht so richtig warm geworden. Die Vorteile schätze ich immer noch: Bücher nehmen viel weniger Platz weg – in der Tasche, auf Reisen, im Regal – und man hat immer eine große Auswahl dabei. Doch so lange ein Nutzungsrecht für die „guten“ Bücher teurer ist als eine gebrauchte Print-Ausgabe, werden mein Reader und ich es schwer miteinander haben. Und die Bücherstapel werden bei mir weiter wachsen…

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