Persönliche Lese-Erfahrung: AutorINNen bevorzugt

Dem aufmerksamen Leser ist es vielleicht aufgefallen: Auf meiner Seite ist in der Regel von Romanen von Frauen die Rede – ganz sicher aber von Romanen für Frauen.

Tatsächlich lese ich nur Romane und zu mindestens 90 Prozent sind diese von Frauen geschrieben. Das mache ich schon sehr lange so – ohne dass ich es anfangs bewusst entschieden hätte.
Das erste Buch, das ich alleine und von Anfang bis Ende gelesen habe, war von einem Mann geschrieben (Alice in Wonderland) und auch danach war das Geschlecht des Autors lange kein Thema. Wenn ich auch zugeben muss, dass meine Lieblingsautoren als Kind mit Astrid Lindgren und Enid Blyton schon AutorINNEN waren.

Als Teenie hatte ich dann wie so viele meiner Freundinnen einen Hang zu romantischen und historischen Stoffen, in denen man so richtig versinken konnte. Mitfühlen und Miterleben eingeschlossen. Das bedarf einer speziellen Erzählweise und eines großen Einfühlungsvermögens, das Frauen scheinbar leichter fällt. Irgendwann fiel mir nämlich auf, dass ich eigentlich immer zu Büchern von Frauen griff. Madeleine Brent, Jean Plaidy waren unter meinen Favoritinnen, Diana Gabaldon hätte ich damals verschlungen.

An der Uni war gerade der Feminismus im Trend, das hat mich aber nie interessiert. Ich habe nur profitiert, weil ich auf diese Weise noch einige Schriftstellerinnen mehr kennenlernen konnte. Margaret Atwood, Joyce Carol Oates, Toni Morrison… Oates ist immer noch eine meiner Favoritinnen. Auch in ihren Büchern kann man versinken, wenn auch auf eine etwas intellektuellere Art.
Ein wenig hat es mich damals auch geärgert, dass AutorINNEN häufig weniger Anerkennung bei den Kritikern bekamen.
Und die Schriftstellerin als Protagonistin in Romanen wurde dann zum Thema meiner Magisterarbeit.

Seit der Uni ist der Griff zu Büchern von AutorINNEN eine sehr bewusste Entscheidung: Die Wahrscheinlichkeit für Lesefreude ist für mich einfach höher. Das hat nichts mit Feminismus zu tun, ist auch kein Dogma, keine Diskriminierung der Männer. Wer sie gerne liest oder gar keine Unterschiede macht – super, nur zu.

Doch für mich persönlich sind es am meisten SchriftstellerINNEN, die meine Bücherwelten gestaltet haben und immer noch beherrschen. Da ich aus der unendlichen Fülle der Bücher leider (!!!) nicht alles lesen kann, muss ich irgendein Auswahlkriterium bemühen, und ohne dass ich dann eine bewusste Entscheidung treffe, greife ich immer wieder zu Romanen von Frauen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: