Monica McInerney. Liebe zu verschenken (2006)

McInerney, Monica. 2006. Liebe zu verschenken (158x250)Die Familie Devereaux ist voller bekannter Künstler: Die Mutter Malerin, die Schwestern und der Bruder Designer auf verschiedenen Gebieten. Nur Sylvie wurde von der Muse gemieden und organisiert für Mutter und Schwestern als Bürohilfe deren Leben.

Ihr Bruder Sebastian, der bei der Trennung der Eltern vor Jahren mit dem Vater nach Melbourne zog, will die kleine Schwester aus ihrem Aschenputtel-Dasein erlösen. Er lädt sie ein, während seiner Abwesenheit seine Wohnung zu hüten. Aufgeschreckt durch das Angebot von Großtante Mill, sie als Gesellschafterin zu engagieren, macht Sylvie sich auf die Reise nach Melbourne.

Mithilfe einer Schatzsuche, wie sie sie schon als Kinder geliebt haben, will Sebastian seine Schwester zu sich selber führen und zu einem Mann, den er für sie ausgesucht hat. Nach anfänglicher Skepsis ist Sylvie für alles offen, erhält auch ein interessantes Angebot – und findet (auch für den Leser absolut überraschend) ihren eigenen Weg, der aber nicht der von Sebastian geplante ist.

Der Kurz-Roman erschien zuerst 2006 in Australien, 2009 erschien eine deutsche Ausgabe im Goldmann Verlag. Mittlerweile wird das Buch nur noch als E-Book vertrieben.

Vielleicht lag es also an der Form des Lesens (per Reader-App am Computer), dass der kleine Roman nicht zünden konnte? Die Idee der Handlung ist nett, der große Bruder macht als gute Fee eine passable Figur, mit Sylvie könnte man fast Mitleid haben. Ein paar Einzelheiten sind attraktiv beschrieben – leider bleiben es einzelne, kurze Sequenzen.

Der Titel ist völlig irreführend, Sylvie nervt mit ihrer naiven Hingabe, Sebastians Lebensinhalte scheinen Job und Schwester zu sein, der nette Buchhändler flirtet sofort mit der nächsten Frau, das tolle Jobangebot kommt wie auf Bestellung… und am Ende verkündet Sylvie eine Entscheidung, die Bruder und Leser in Erstaunen versetzt, weil es vorher auch nicht die kleinste Andeutung zu ihren Überlegungen gab.

Fazit: Die Figuren bleiben oberflächlich, die Handlung ist voller Märchen- und sonstiger Klischees und das Ende ist zwar überraschend, aber völlig unmotiviert. Zu viel gewollt für diese kurze Form? Wer nicht viel liest, mag aber hier einen ganz netten Zeitvertreib finden.

McInerney, Monica. 2006. Liebe zu verschenken. dt.: epub, Goldmann Verlag 2009. Originaltitel: Odd One Out.

Weitere Informationen

Seite des Verlags

Seite der Autorin

Seite der Autorin zu Odd One Out

Weitere Rezensionen:

http://www.youtube.com/watch?v=lDdXgT5KBhw

http://ichlebeinbuechern.blogspot.de/2013/06/rezension-liebe-zu-verschenken.html

http://www.envoutant.org/?p=2266

http://www.literatopia.de/index.php?option=com_content&view=article&id=16652:liebe-zu-verschenken-monica-mcinerney&catid=61&Itemid=126

Advertisements

One comment

  1. Hat dies auf bikMAG rebloggt.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: