E-Book oder Print?

Da neue Bücher bei mir eigentlich keinen Platz mehr haben und noch dazu ziemlich ins Geld gehen, schaue ich mir von Zeit zu Zeit E-Reader und E-Books an. Welch eine Versuchung, seine gesamte Bibliothek auf diese Weise in so einem kleinen Gerät aufbewahren zu können!

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(c) Julien Christ_pixelio.de

Und noch dazu kann man so alle seine Bücher stets bei sich tragen. Kein Problem mehr, wenn man im Urlaub doch lieber etwas anderes lesen möchte, als die fünf eingepackten Taschenbücher. Auch die Lieferung ganz neuer Lektüre dauert nur Minuten.

Weniger Platz braucht der Reader außerdem, egal ob in Koffer, Rucksack oder Handtasche. Und mal eben ein Fremdwort nachzuschlagen, ist auch denkbar einfach.

Dazu kommt noch der Vorteil, dass E-Books billiger sind als ihre Printversionen – wenn auch nicht immer so viel, wie man es sich wünschen würde. Besonders, wenn es das Buch bisher nur als Hardcover gibt. Und sehr viele E-Books gibt es auch für sehr wenig Geld. Eine enorme Versuchung.

Und doch …

Kann so ein Reader wirklich das Gefühl des Buches in meiner Hand ersetzen? Ich liebe es, das Papier zu fühlen und zu riechen. Ich liebe die Cover, die Autoreninfos, zu denen man schnell noch mal blättern kann, die Klappentexte, die man gelegentlich anfangs noch mal zu Rate zieht. Das E-Book hat die Infos sicher auch, aber sie zu finden hat mehr mit Technik zu tun als mit intuitiver Navigation durch ein (Print-) Buch.

Ein Reader ist doch eigentlich ein kleiner Verwandter des Computers. Am Computer verbringe ich schon viele Stunden des Tages. Will ich dann wirklich in meiner Freizeit nur zu einer anderen technischen Version greifen? Manchmal bin ich die ganze Technik nur noch gründlich leid.

Ja, ich liebe auch die körperliche Präsenz der Bücher. Ist es nicht wunderschön, wenn sich im Regal die Körper unserer Lieblingsbücher präsentieren? Sieh her, wir alle sind stets für dich da, wenn du uns brauchst! Du musst nicht erst irgendein Gerät anwerfen, auch im Vorübergehen kannst du jederzeit einen kurzen Blick auf uns werfen. Auf uns alle oder auf einen von uns. Du kannst einfach einen von uns herausnehmen und einen kurzen Blick auf die Rückseite oder die ersten Sätze werfen – das ist doch so viel einfacher ohne Technik!

Hmm …

Oder bin ich einfach nur altmodisch? Ist es nur eine Frage der Gewohnheit? Auch an Computer mussten wir uns erst gewöhnen (jedenfalls meine Generation), aber sie sind einfach unschlagbar praktisch. Vermutlich werden die Reader einen ähnlichen Weg gehen wie die Computer, wenn auch nicht ganz so schnell und nicht ganz so massiv. Aber was können Digital Natives noch mit dem Geruch von Papier anfangen? E-Books sind einfach “praktischer”, sie nehmen weniger Platz weg, machen weniger Dreck, verursachen weniger Kosten. Die “usability” ist besser… – oder?

Wenn wir Glück haben, werden Print-Bücher in einigen Jahren den Rang von Kunstwerken haben. Die Preise werden natürlich steigen (müssen), dann werden exzentrische Sammler ein Vermögen ausgeben müssen, um sich einzelne Ausgaben in eine Glasvitrine stellen zu können. Um darin zu lesen, sind diese Bücher dann viel zu kostbar. Immerhin retten diese Exzentriker die Gattung Print-Buch dann hoffentlich vor dem völligen Aussterben.

Und jetzt …?

Noch ist es glücklicherweise nicht so weit, noch sind Taschenbücher der gängigste Buch-Typ. Da aber auch die Vorteile der E-Reader nicht von der Hand zu weisen sind und neuerdings viele Bücher nur noch als E-Books erscheinen, kann ich ohne E-Reader wohl doch nicht viel länger auskommen.

Ob die vielen E-Books des neuen Self-Publishing-Trends bei der Qualität dann mithalten können, ist eine ganz andere Geschichte.

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ein Kommentar

  1. […] rund drei Monaten habe ich unter dem Titel E-Book oder Print? schon einmal über E-Reader geschrieben – über die große Versuchung, ihre vielen Vorteile […]

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