Voosen/Danielsson. Später Frost (2012)

Polizistin Stina Forss kommt aus Berlin nach Växjo, Grund scheint nicht nur ein kranker Vater zu sein. Ingrid Nyström wird nach einem Unfall ihres Chefs gerade zur Hauptkommissarin befördert und beginnt die Arbeit mit gemischten Gefühlen. Beide haben keine Zeit sich einzugewöhnen, denn der Mord an dem Engländer und Schmetterlingsliebhaber Balthasar Melchior Frost erfordert ihren vollen Einsatz. Frosts Leiche wird in seinem Glashaus gefunden, verätzt, ein Finger fehlt, die Leiche ist nass, zudem werden Einschusslöcher gefunden, aber Frost hat keine der Kugeln abbekommen. Was ist in dem Glashaus geschehen? Und wer war Frost überhaupt?

Das Ermittler-Team um Ingrid Nyström forscht und stochert und fördert Erstaunliches zutage: Statt mit englischem Akzent sprach Frost ein regional gefärbtes Schwedisch, sein Geburtsdatum kann nicht stimmen, die Frauenkleider in seinem Schrank gehörten keiner Frau. Langsam setzt sich das Puzzle zusammen, wobei der Leser durch die erste Szene des Buches, die in Jerusalem 1948 spielt, einen Tipp vorab bekommen hat. Dieser verrät nicht viel, bietet aber Stoff für Spekulationen.

Blick zurück in die schwedische Geschichte

Doch die Suche nach dem Mörder bringt noch ganz andere Verbrechen an die Oberfläche und beleuchtet eine Facette der schwedischen Geschichte, die niemand in diesem sozialen Land vermutet hätte. Und Stina Forss stürmt gelegentlich im Alleingang los, doch der Erfolg rechtfertigt ihre eigenwilligen Methoden.

Zwei unewöhnliche Ermittlerinnen

Zentrale Figuren in diesem Krimi bleiben Stina Forss und Ingrid Nyström, auch wenn die beiden Frauen (jedenfalls in diesem Band) noch nicht mehr verbindet als ein normales Arbeitsverhältnis zwischen der Neuen und der Chefin. Um Stina und den Grund für die Flucht in die schwedische Kleinstadt wird lange ein Geheimnis gemacht, natürlich liegt hier viel Psychologie und Konfliktpotential für weitere Bände. Die neue Chefin Ingrid Nyström gehört zu den ungewöhnlicheren Krimiheldinnen: Mitte 50, Pfarrersfrau mit Liebe zur (klassischen) Musik, außerdem Tochter, Mutter und Oma. Also eher eine „echte“ Frau als eine „Heldin“. Oder vielleicht passt beides doch zusammen?

Krimi der Extraklasse

Alles in allem ein fantastischer Krimi mit einer spannenden Handlung mit vielen Wendungen und Facetten, mit menschlichen Protagonisten, mit einer kritischen Sicht auf die schwedische Gesellschaft und viel Potential für die weiteren, bereits angekündigten Bände.

Roman Voosen, Kerstin Signe Danielsson. Später Frost. Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2012. (Ingrid Nyström und Stina Forss, Bd. 1)

Weitere Informationen

Verlagsseite zum Krimi bei Kiepenheuer & Witsch
Homepage der Autoren
auf LovelyBooks
Buchtrailer

Weitere Artikel und Rezensionen

auf krimi-couch.de
Elmar Krekeler auf welt.de (12.11.2012)

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5 Kommentare

  1. […] Voosen/Danielsson. 2012. Später Frost […]

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  2. […] Rotwild ist eine hochpolitische Geschichte, die das Autoren-Duo Danielsson / Voosen hervorragend erzählt. Eine gut recherchierte Story, clever konstruiert, aber nicht übertrieben, psychologisch komplex bis in die Nebenfiguren und auch noch sprachlich sorgfältig ausgearbeitet – für mich einer der besten Krimis, den ich seit langem gelesen habe. Seit dem ersten Band des deutsch-schwedischen Paares, Später Frost. […]

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  3. […] Rotwild ist eine hochpolitische Geschichte, die das Autoren-Duo Danielsson / Voosen hervorragend erzählt. Eine gut recherchierte Story, clever konstruiert, aber nicht übertrieben, psychologisch komplex bis in die Nebenfiguren und auch noch sprachlich sorgfältig ausgearbeitet – für mich einer der besten Krimis, den ich seit langem gelesen habe. Seit dem ersten Band des deutsch-schwedischen Paares, Später Frost. […]

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  4. […] Später Frost. 2012. (Ingrid Nyström und Stina Forss, Bd. 1) Voosen/Danielsson. Rotwild. 2013. (Ingrid Nyström […]

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